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Basta, Aus, Schluss damit! Was bildet sich dieser Boss oder diese Chefin eigentlich ein? Flippt wegen jeder Kleinigkeit aus, putzt einen vor Kollegen runter usw.usw. Kennen Sie das auch ? Dann sollten Sie weiterlesen.

Bekannt ist natürlich, dass der alltägliche Psychoterror eines Bosses oder einer Chefin nicht nur das einzelne Opfer schädigt, z.B. also auch Sie, sondern eine ganze Firma damit gelähmt werden kann.
Mögliches Fazit: Mitarbeiter machen nur noch Dienst nach Vorschrift, der Krankenstand bzw. Fehlzeiten können sich trotz unsicherer Konjunktur erhöhen.Wird unter diesen Bedingungen und wenigen Fehlzeiten weiter gearbeitet, kann es zu erheblichen Produktionsstörungen und vor allem Qualitätseinbußen kommen.
Oft herrscht in Unternehmen eine so miese Stimmung, dass sich die alte Binsenwahrheit : „Der Fisch stinkt vom Kopf her“ nur allzu deutlich zeigt.

Als Therapeutin und Coach sowohl geschädigter Mitarbeiter, als auch mehr oder weniger führungsungeschulter Chefs, begegnen mir immer wieder ähnliche Beschreibungen des z.B. pedantischen Chefs, des Blenders, des Cliquenzüchters,aber auch des klassichen Cholerikers, des Aussitzers,des unnahbaren Chefs, des „Sonnenkönigs“, des Tyrannen, des Geisterfahrers und sogar des Kriminellen..

Bevor ich Ihnen aber nun diese einzelnen Varianten und auch mögliche Umgangsstrategien mit diesen schwierigen Zeitgenossen in aufeinander folgenden Blogs vorstelle, schwelge ich kurz in dem Idealbild einer idealen Chefin oder Chefs.

Natürlich verfügt er oder sie über ausgezeichnete Fachkenntnisse, weibliche Mitarbeiter sollen hier- glaubt man entsprechenden Untersuchungen- noch deutlich mehr beeindruckt sein vom kompetenten Chef,als es männliche Angestellte sein sollen. Deutlich sollte der Vorgesetzte eine starke Hand beweisen, denn Weicheier sind in der Chefetage weniger geschätzt und natürlich kann der ideale Boss oder die Chefin auch Kritik vertragen. Ein idealer Chef sollte gut belastbar sein und damit „ein breites Kreuz“ zeigen, zu seinen Entscheidungen stehen ohne zu wackeln und schliesslich ein Herz für seine Mitarbeiter haben. Der ideale Chef verfügt damit über eine hohe soziale Kompetenz und besonders Frauen finden diese Eigenschaft beim männlichen Chef wichtig,ja beinahe sexy...


Fassen wir zusammen : Chef oder Chefin sollten einen klugen Kopf, ein offenes Ohr auch für Kritik, ein breites Kreuz haben, aber auch keine Weicheier sein, also die starke Hand beweisen und notfalls durchgreifen können und schliesslich dazu noch ein großes Herz für alle „kleinen“ Leute bzw. Mitarbeiter haben. So sieht zumindest das Ideal aus.

Betrachten wir also die Typologie möglicher Cheftypen auch besser mit einem satirischen Augenzwinkern, denn ebenso wenig wie es den idealen Chef geben wird, findet sich der beschriebene Anti-Typus in Reinform in der Realität wieder.Häufig macht es ja gerade die unselige Mischung z.B.eines pedantischen Chefs, der gleichzeitig noch ein fieser Choleriker ist.

Bleiben wir beim Typus des Cholerikers :

Ihn finden wir eigentlich überall, ob im mittelständischen Betrieb oder im Weltkonzern.Und was macht ihn so schwierig ? : Der Choleriker als Chef lässt seine Launen willkürlich und damit immer ungerechtfertigt und vor allem hemmungslos an jedem aus, der das Pech hat, im falschen Moment präsent zu sein.
Aber schon das dringende klärende Gespräch des Mitarbeiters, als Anliegen an diesen Chef-Typus, kann zum Problem werden, erzeugt nicht selten lauten Unwillen und einen möglichen Wutausbruch.

Ist Ihnen das bekannt ? Dann hier die mögliche Strategie :

Testen Sie vorsichtshalber die Stimmung an, ob es passt oder nicht und stellen damit schon mal einen positiven Einstieg her. Fragen Sie ihn(sie) konkret an und am besten persönlich,um sich die eventuelle Telefonabfuhr zu ersparen.Damit gehen Sie diesem Cheftypus grundsätzlich zwar gewaltig auf die Nerven, aber je mehr Ruhe Sie dabei bewahren, desto erfolgreicher wird Ihr Vorgehen sein.

Das eher zu erwartende Nein sollte Sie also nicht davor zurückschrecken lassen, nach einem passenderen Zeitpunkt zu fragen.Notfalls erinnern Sie ihn (sie) dann daran...

Sind Sie schliesslich im Gespräch und Ihr Vorschlag wird beispielsweise mit einem cholerischen Ausbruch beantwortet oder Sie werden gar wegen des Vorschlages in die Chefetage zitiert, statt höflich gebeten, hier eine weitere mögliche Strategie :

Versuchen Sie innerlich die Ruhe zu bewahren, Sie werden nicht „gekillt“, nur angeschrien von jemand, der es nicht anders kann,am besten das Gebrüll also nicht persönlich nehmen, günstigstenfalls auf Durchzug schalten, sich niemals auf das gezeigte Wutlevel einlassen, sich damit trösten, dass Sie hier gewissermaßen einer charakterlichen Eigenart und gleichsam auch Unfähigkeit begegnen.

Immerhin sind Sie kein Bittsteller,Sie haben einen konkreten, vermutlich sehr kompetenten Vorschlag gemacht, treten Sie also souveräner auf, als Sie sich in Wahrheit fühlen :“Ich sehe, das ist der falsche Zeitpunkt“,kann ein Satz sein, der Ihren zeitweisen Rückzug einleiten kann, aber kündigen Sie dabei an, auf alle Fälle wieder zu kommen.

Dann fühlen Sie hartnäckig und „mutig“ nach einer gewissen Zeit vor, ob sich die Wogen geglättet haben.

Interessanterweise will ein cholerischer Chef, insbesondere nach seinem Wutanfall,ähnlich übrigens wie das trotzende, bockende drei- bis vierjährige Kind ,( denn unser beispielhafter Choleriker geht genau in diese infantile Entwicklungsstufe reggressiv zurück, wenn er uns antobt ),also dieser Chef braucht nach seinem Ausbruch ganz besonders Anerkennung, ja fast „Trost und Zuwendung“ weil ihm das seine „Wichtigkeit“ wieder sichern hilft.

Geschickt ist es daher,einzelne, ganz vernünftige Punkte wieder aufzunehmen, die der cholerische Chef, trotz seines ansonsten uncoolen Gebrülles, vielleicht doch von sich gegeben hat, um damit an das von ihm Gesagte thematisch anzuknüpfen.

Und so gelingt es Ihnen, dass er „sein Gesicht wahrt“ und Ihres nicht weiter ungebührend verletzt wird.

Übrigens weiß dieser Chef i.d.R.nichts mehr über irgendwelche verletzenden Behauptungen und Beleidigungen seinerseits, das geht alles in seinem Ausbruch unter, machen Sie sich deshalb notfalls quasi als „Eigentherapie“ im nachhinein Notizen über das Gespräch, aber Vorsicht beim Gebrauch: kommen Sie besser nie konkret, oder, wenn überhaupt, bei einem völlig anderen, unverfänglichen Kontext so ganz nebenbei( z.B.als Witz anerkennend verpackt bei einem gemeinsamen Bier oder Betriebsfest o.ä.) darauf zurück, so wirkt es nicht als Angriff.Ansonsten verführt das Aufschreiben von wütenden Chef-Bemerkungen bei Konfrontation eher zu seinem erneuten Ausbruch,es führt bei einem cholerischen Chef i.d.R. zu rein garnichts.

Auch wenn Ihr cholerischer Chef mal wieder generalisiert : „Was haben Sie da wieder gemacht, nie machen Sie was ordentlich“,motzen Sie nicht zurück. Versuchen Sie also nicht- was zugegebenermaßen sehr schwer ist- an sein Motzen anzuknüpfen, lenken Sie thematisch davon weg: „ Ja, ich habe mir das auch etwas anderes vorgestellt, aber bei mir steht jetzt folgendes im Vordergrund..“, machen also einen Hinweis auf eine Lösung in der Zukunft.


Sie bemerken unschwer an dieser Stelle des Textes, dass,wenn Sie auf persönliche Beleidigungen dieses cholerischen Chefs direkt eingehen,dessen Ausbruch 100% sicher zu sein scheint.
Bewahren Sie stattdessen die Ruhe,lenken Sie vielleicht vorsichtig die auf Sie gerichtete Wut ab oder verlassen sogar kurzfristig, unter Ankündigung, die Szenerie.

Kommen Sie dann später in Ruhe auf das (Ihr) Kernproblem zurück.

Erinnert Sie das an was ? Szene :die erklärende, ruhig und konsequent bleibende Mutter eines bockenden Drei- oder Vierjährigen, der seinen Wutausbruch zunächst machtvoll ausnutzt, um seinen Willen zu demonstrieren und natürlich durchzusetzen, um dann hinterher, von sich selbst erschöpft und eher hilflos, sich in die tröstenden Arme seine Mutter fallen zu lassen...günstigstenfalls ! Schreit die Mutter oder tritt sie zurück,schlägt sie entnervt zu, macht alles nach, was das Kleine vorgibt, lenkt sie somit weder ab noch ein und puscht so das gemeinsame Wutlevel nur noch mehr an. Dann haben wir am Ende der Szene zwei völlig aufgelöste Menschen, ein kleines Kind und ein großes Kind.Auch dem cholerischen Chef sollte man es nie mit gleicher Münze heimzahlen, denn das verstärkt seine Ausbruchstiefe und neue Wut-Bereitschaft, er teilt eben nur aus,vermag aber nur schwer einzustecken.


Schauen wir uns nach dem Beispiel eines schnell „ heiss gelaufenen, cholerischen Chefs“ als Gegenentwurf den unnahbaren Chef an.

Was macht es vor allem schwer mit ihm umzugehen ?

Es ist seine emotionale Undurchsichtigkeit und Nicht-Einschätzbarkeit, die durch sein distanziertes Verhalten hervorgerufen wird.

Im Prinzip weiß der Mitarbeiter überhaupt nie so recht, woran er bei dieser Persönlichkeitsstruktur bzw.Chef ist.
Nichts ist diesem Typus so sehr verhasst wie aufgedrängte, biedere Vertrautheit, er braucht Abstand und Autonomie und ist vor allem interessiert an einem guten Betriebsergebniss, an schwarzen und nicht roten Zahlen.

Entsprechend kann er auch erfolgreich in großen Unternehmen bzw.Konzernen tätig sein, Entwicklungs-oder Controlling-Abteilungen sind gerne sein Feld, er kann aber durchaus auch in der Chefarztetage einer Klinik oder eines großen Labores tätig sein. Gewinn und Verlust im emotionalen Bereich interessieren den unnahbaren Chef herzlich wenig, er muß daher auch überhaupt nicht gefallen oder beliebt sein, entsprechend reduziert organisiert er sich auch in privaten Beziehungen, fasziniert zwar das weibliche Geschlecht durch seine Coolness, eignet sich aber selten zur echten, warmen Beziehung. Er kann ein ausgezeichnet versorgender aber seltener umsorgender und fürsorglicher, sondern ein eher fordernder Vater sein.

Als Partner steht er häufig als emotionaler Autist vor dem Scherbenhaufen seiner Beziehungen. Er übernimmt dafür aber ebenso wenig Verantwortung, wie er es auch nicht für das häufig unter seiner Führung eher miserable Betriebsklima tut.
Unnahbar ist somit auch ein Synonym für unangreifbar : Ergebnisorientierung ersetzt hier soziale Kompetenz.


Kreative, empathische, d.h.anteilnehmende und emotionale Menschen mit starkem Anerkennungsbedürfnis, laufen bei dem so gestrickten Vorgesetzten immer ins Leere: Er fordert viel, kann aber nur wenig positiv anerkennen und fast nie etwas zurückgeben : Lob und Anerkennung setzen immerhin eine gewisse Nähe zum Anderen voraus und genau diese Nähe muß der Unnahbare in der Chefetage meiden, um seine Autonomie nicht zu gefährden; er will niemand wirklich brauchen, setzt auf dem Betriebs- Schachbrett Mitarbeiter ein und wirft sie auch wieder mitleidlos heraus, wenn es dem Zweck und dem Betriebsziel nützt.


Insofern nimmt er seine Mitarbeiter emotional und sozial als Menschen kaum oder nur wenig wahr, er schätzt daher ebenfalls unabhängige Angestellte, die ihm nicht lästig fallen und in seinem Sinne handeln und führen.
Strategie-Vorschlag:Versuchen Sie niemals ungefragt Ergebnisse zu präsentieren, sie verletzen quasi damit sein „abgestecktes Terrain“, er fühlt sich von Ihnen schnell bedrängt und ob er sich mit Ihrem Anliegen beschäftigt, bestimmen niemals Sie, sondern nur er ganz alleine !

In meinem Arbeitsfeld spricht man von einer paradoxen Intervention und meint damit, dass Sie z.B. Geld von jemand erfragen wollen, aber dann, entgegengesetzt der Zielsetzung sagen :“ Also dich würde ich schon erst recht nicht nach Geld fragen,“ was dann das Ergebnis haben kann, dass der Angesprochene sich einerseits in seiner Eigenart respektiert und andererseits auch provoziert fühlt zum Handeln, also doch zum Geldverleih.

Es ist paradox das Gegenteil von dem zu tun, von dem wir eigentlich überzeugt sind, aber nicht selten erreichen wir damit ( oft unbewusst angewandt )etwas. Der Bekannte aus dem Beispiel wird uns jedenfalls vermutlich das Geld leihen,weil er womöglich unsere Annahme widerlegen will, dass man ihn ja auf so was nicht ansprechen könne, er will es nicht auf sich sitzen lassen,vielleicht ein Geizhals zu sein. Und was hat das mit einem unnahbaren Chef zu tun ?

Unnahbarkeit durch Nähe zu kippen, ist unmöglich, auch wenn die innere Meinung vorliegt, es sei nur allzu menschlich über Nähe auch Lösungen zu finden.
Es ist paradoxerweise besser, einen unnahbaren Chef vor allem in Ruhe zu lassen um ihn zu bewegen.

Weiterer Strategievorschlag :

1. Erwarten Sie niemals Streicheleinheiten oder Lob vom unnahbaren Chef, Sie laufen nur Ihren Ohrfeigen hinterher.
2. Reichen Sie ihm vor jedem Gespräch grundsätzlich ein Arbeitspapier ein, sind Sie darin klar und präzise, das mag er.
3. Und falls Sie es dann zu einem persönlichen Gespräch geschafft haben, bleiben Sie bitte immer in Abstand, seien Sie also zurückhaltend, bestimmt und sachlich und trotzdem resepektvoll und damit souverän und kompetent. Er soll Ihre Loyalität schätzen lernen, er lehnt devote und vorallem selbstunsichere Menschen ab !

Vermutlich gibt es aber auch für den Unnahbaren einige wenige Menschen,denen er ein wenig mehr vertraut und manchmal ist es die Assistentin der Geschäftsführung, früher war es die Privatsekretärin. Häufig ist ein vorsichtiges Vorgespräch über solche „Türöffner“- Personen ein Weg zum Chef, indem man sich erst mal von dieser berufenen Seite den richtigen Einstieg verschafft.

Aber Vorsicht, er sollte niemals konkret Wind davon bekommen, denn das würde ebenfalls als eine Verletzung seines Freiraumes interpretierbar: Er fühlt sich schnell hintergangen und ist überaus misstrauisch, oft fehlt ihm jegliche Art von zwischenmenschlichem Vertrauen, was ihn einsam macht, aber auch eben unnahbar und damit unfehlbar erscheinen lässt.

Womit Sie beim unnahbaren Chef immer rechnen müssen :


1. Zynische Bemerkungen
2. Abwehrende Haltung nach einem spontan von Ihnen eingeleiteten Vorschlag oder Projekt, denn er hasst Überraschungen,mag keine Spontanität, nur planvolles, von ihm abgesegnetes Vorgehen.
3. Starke Kritik an Ihrer Arbeit : Nehmen Sie fraglos erst Mal seine Kritik an, versuchen Sie diese zu berücksichtigen, d.h. :
4. Je weniger Sie dagegen setzen, desto mehr verblüffen Sie ihn und Langzeiteffekt kann sein : wachsender Respekt seinerseits für Sie und Ihre Arbeit.
5. Biedern Sie sich niemals an, er verachtet Sie schnell dafür, denn er hat so ein Gefallen-Wollen ja nie nötig, er versteht Ihre Intention daher überhaupt nicht und was er emotional nicht versteht, ignoriert er.
6. Schnell ignoriert er nicht nur Ihr Tun, sondern Ihre ganze Person, Sie werden für ihn unsichtbar !
7. Achten Sie daher immer auf seine „Schutzzone“, kommen Sie ihm emotional nie zu nahe...!

Fortsetzung mit dem Cheftypus: der Aussitzer und der Cliquenzüchter im Folgeblog.

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Für diejenigen, denen es unter Umständen genau so ergeht, hier mal ein kleines Fundstück aus Yoschis Blog mit einer leider viel zu treffenden Erklärung warum man niemals ein Informatiker werden sollte. Abgesehen davon, dass ich eh kein richtiger In...
Weblog: Blog[CHA] v2
Aufgenommen: Feb 10, 20:47

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Monika Koch
Therapeutin

Seit 15 Jahren befasst sich die Psychotherapeutin aus dem Aachener Süden mit allen Problemen rund um Leben, Partnerschaft und Beruf. Ihr Ansatz: systemisch- analytisch. Ihre Homepage: www.mycoaching.de

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