Lokales / Aachen

Einkaufsstadt Aachen: «Es muss endlich losgehen!»

Von Christoph Classen | 30.10.2009, 21:17

Aachen. Bevor die Einkaufsstadt Aachen näher beleuchtet wurde, sollte es auf der Bühne ein wenig dunkler werden. «Ein bisschen dimmen wäre schön», teilte Herbert Kuck von der städtischen Wirtschaftsförderung der Technik im Forum M der Mayerschen Buchhandlung mit, schließlich wolle er auch das Publikum sehen.

Mehr Durchblick erhofften sich auch die zahlreichen Zuhörer. Deswegen waren sie zur Podiumsdiskussion zum Thema «Aachen: Einkaufsparadies oder Auslaufmodell?» gekommen.

Sieben Einzelhandelsexperten standen Moderator und AZ-Redakteur Robert Esser Rede und Antwort. Initiiert von der Aachener Qualitätsallianz Q+, sollten zahlreiche Facetten der Einkaufsstadt Aachen diskutiert werden.

Christian Thies, als Händler ansässig in der Elisengalerie, sagte zum Beispiel, dass anfangs nahezu niemand an den Erfolg der kleinen Einkaufsmeile geglaubt habe. Dass sie mittlerweile ziemlich gut laufe, sei nicht allein, aber auch darauf zurückzuführen, dass es, «wenn es Leerstände gab, gelungen ist, diese gut zu kaschieren. Das ist wichtig!», so Thies.

Wolfgang Görgens von Q+ ging es mehr um die Ware selbst. Deren Preis habe erst ganz am Ende einer Kaufentscheidung zu stehen, weit hinter Aspekten wie Qualität und Beratung. Zum dominierenden Thema avancierte aber das Megaprojekt Kaiserplatz-Galerie. Das war nicht so geplant und wurde mehrfach vom Podium bemängelt, aber es war halt so.

Viele Fragen an die Stadt

Gefragt war da zunächst Gabi Hergarten, im städtischen Fachbereich Stadtentwicklung zuständig für alle Belange des Einzelhandels und somit auch für die Kaiserplatz-Galerie. «Die Frage wann sie denn endlich kommt, bekomme ich mindesten einmal pro Tag gestellt», sagte Hergarten: «Und ganz ehrlich: Ein konkreten Zeitpunkt kann sich auch nicht nennen.» Die Finanzierung sei nach ihrem letzten Informationsstand jedenfalls solide, derzeit laufe die Planung für einzelne Teilbereiche.

Möglichst erfolgversprechend sei das Projekt übrigens, wenn das Angebot 50 Prozent Bekleidung, dazu Elektronik- und Geschenkartikel, Lebensmittel, Drogerieprodukte und Gastronomie beinhalte. Das sagte Rainer Pittroff vom Kölner EHI Retail Institut, das sich auf die Analyse von Erfolgsfaktoren innerstädtischer Shopping-Center spezialisiert hat. Und er sagte auch: «Viele schimpfen, dass unter einem neuen Center der bestehende Einzelhandel leide.» Studien zeigten aber, dass solche Projekte eher zu einer Belebung des Handels insgesamt führten.

Manfred Piana zeigte sich da etwas skeptischer. «Die Kaiserplatz-Galerie», so der Geschäftsführer des Einzelhandelverbands Aachen-Düren, «wird zu Umverteilungen führen.» Und auch wenn es weh tue: «Der kleine Einzelhandel wird an manchen Stellen nicht mehr funktionieren.»

In absehbarer Zeit wird das in der unteren Adalbertstraße der Fall sein, sagte Till Schüler von der Initiative Aachen: «Wenn es nicht gelingt, einen Zeitplan für die Galerie festzumachen, ist die irgendwann tot.» Von Maßnahmen, wenigsten die Baustelle aufzuhübschen, wie aus dem Publikum vorgeschlagen, hält er wenig. «Es muss endlich losgehen!», sagte Schüler. Auch die Stadt plane keine Verschönerungsmaßnahmen an der derzeitigen Baubrache, sagte Wirtschaftsförderer Herbert Kuck. Dass die Baustellenpolitik in Aachen generell «etwas besser und schneller abgewickelt werden könnte» befand Dorothee Uhle, Geschäftsführerin von Galeria Kaufhof. Gabi Hergarten musste zustimmen: «Unterm Strich kann man sagen: Im Moment ist es katastrophal.»



SA 25º

SO 24º

MO 23º

DI 23º

brussels airlines Wetter


Auf den Spuren der Karolinger

Wie gut kennen Sie den Aachener Dom? Unser Quiz zur Pfalzkapelle Karls des Großen. Zum Test


5ZWO - Neue Leute aus dem 52-Raum
Profilbild von x-fighter x-fighter
Profilbild von Klaus Müller Klaus M&uu
Profilbild von nora nora
Profilbild von Dirk Dirk
Profilbild von Simon Simon
Profilbild von Marc Delzepich Marc Delze
Profilbild von Ranshiin Ranshiin
Profilbild von benAllegro benAllegro



Schnelle Hilfe im Notfall

Hier finden Sie alle aktuellen Aachener Bereitschaftsdienste und Notrufnummern.


Die Schlagzeilen des Tages per E-Mail

Die wichtigsten Meldungen vom Tage in der Region im Posteingang. Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter.



Nele und Hanns Bittmann e.V. im Internet

Der Hilfsfonds für Kinder in Not in der Region Aachen im Andenken an unseren so tragisch ums Leben gekommenen Kollegen und seine Frau.