Amok-Alarm: Stadt rüstet ihre 79 Schulen mit «roten Telefonen» aus
Aachen. Die Drohung war mit schwarzem Filzstift geschrieben und prangte gleich an vier Orten, unter anderem auf den Toilettentüren: «Amok - Scheiß-Schule - 4.3.» Entdeckt wurde sie am 2. März in einer Aachener Schule, und der Schulleiter alarmierte sofort die Polizei.
Kaiserplatz-Galerie: Freitag endet letzte Frist
Aachen. Am Freitag läuft die Frist ab. Und dann soll sich in Sachen Kaiserplatz-Galerie tatsächlich Wegweisendes tun. Nicht auf der Baustelle zwar, die seit dem Abriss des Gloria-Kinos vor über zweieinhalb Jahren als Schandfleck in bester Innenstadtlage brachliegt. Aber immerhin in den Büros der städtischen Bauverwaltung. Zumindest im dortigen Postfach.
Pionierin als Politikerin und Ärztin: Waltraut Kruse wird 85
Aachen. Fraglos gehört sie zu jenen wenigen Gestalten, die echte Pionierarbeit für die und in der Region geleistet haben. Dennoch ist sie ebenso dem «klassischen» Bild der viel zitierten starken Frau in hervorragender Weise gerecht geworden.
Bürgerinitiative: Forster kämpfen um den Erhalt ihrer Kapelle
Forst. «Wenn uns unsere Friedhofskapelle genommen wird, wird uns auch ein Stück Heimat genommen und die Möglichkeit, würdig von lieben Menschen, Freunden und Nachbarn Abschied nehmen zu können», erklärt Walter Schmitz besorgt.
Sparkasse stockt «Mittelstandsoffensive» um 40 Millionen auf
Aachen. Mit einem Sonderkreditprogramm will die Sparkasse Aachen ihren Beitrag zur Konjunkturbelebung leisten. Über diese sogenannte Mittelstandsoffensive sprach Norbert Laufs, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, mit AZ-Redakteur Ulrich Kölsch.
Wettbewerb für junge Schreiner: Hundehütte für Obamas «Bo»
Aachen. Bo, «First Dog» der USA, bekommt eine neue Hundehütte - aus Deutschland. Zumindest ist das das Ziel der Aktion «Hundehütting», die Teil einer bundesweiten Nachwuchskampagne der Innungsorganisation der Tischler und Schreiner ist.
Der Tag, an dem auch hier das Morden begann
Von Christoph Classen | 09.11.2009, 22:53
Aachen. Die Bilanz nach knapp 20 Jahren fällt erschreckend aus. «Seit 1990», sagt Kurt Heiler von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifachisten (VVN-BdA), «wurden allein in Deutschland über 130 Menschen von Neonazis ermordet.»
Das wollen die Menschen auf dem Synagogenplatz nicht in Vergessenheit geraten lassen. Es sind erfreulich viele, annähernd 120. Einer von ihnen ist OB Marcel Philipp. Sie stehen dort, weil am 9. November nicht nur die Mauer, sondern auch jegliche Hemmungen fielen. Das war 1938. Als Reichspogromnacht werden die Ereignisse später in die Geschichtsbücher eingehen. Es war das erste Kapitel der dunkelsten Episode der deutschen Historie. «Beginn eines Völkermordes nie da gewesenen Ausmaßes» nennt Birgit Valder, Moderatorin der Mahnwache, die Reichspogromnacht.
Auch in Aachen bildete sie nur den hasserfüllten Auftakt für folgende Gräueltaten. Nachdem die jüdischen Geschäfte in der Großkölnstraße verwüstet sind, wird die Synagoge in Brand gesteckt. Als die Feuerwehr die Kirche erreicht, facht sie die Flammen mit Brandbeschleuniger weiter an. 268 Aachener Juden werden verschleppt, viele von ihnen sterben im KZ Buchenwald einen grausamen Tod. Bei manchen ist die Verzweiflung so groß, dass sie den Zeitpunkt selber wählen. «Sie liefen in den elektrischen Zaun oder stürzten sich in die Latrinen, wo sie qualvoll erstickten», zitiert Birgit Kreitz aus einem Erfahrungsbericht «Buchenwald 1938».
Faschismus ist heute weniger Gespenst der Vergangenheit als aktuelles Problem. Kurt Heiler sagt das und belegt es mit Zahlen. 80 Prozent der politisch motivierten Straftaten in unserer Region gingen von Rechten aus, 383 Fälle seien allein vergangenes Jahr gezählt worden. Mehr Sorgen als der extreme Rand macht Heiler aber, dass rechtes Gedankengut zunehmend in der gesellschaftlichen Mitte salonfähig werde. Bestes Beispiel seien die jüngsten Äußerungen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin. «Hätte jemand in England oder Frankreich so über Migranten gesprochen, wäre er aus dem Amt entlassen worden. Sarrazin widerfährt nichts außer einer Schubkarre zustimmender Briefe», sagt Heiler.
Bevor Rabbiner Mordechai Bohrer das Totengebet spricht, thematisiert der Arbeitskreis «Kein Vergessen» den aktuellen Kriegsverbrecherprozess gegen Ex-SS-Mann Heinrich B. Heute werde das Gericht über die Einstellung des Verfahrens entscheiden.
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