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Es herrscht närrischer Ausnahmezustand
Von Gerd Simons | 07.02.2010, 17:00
Aachen. Es gibt Veranstaltungen im Öcher Fastelovvend, die einfach nicht mehr wegzudenken sind. Dazu gehört zweifellos auch der Ball des «Karnevalsvereins der Aachener Bäcker».
«Es ist zwar immer wieder ein Kraftakt, aber es gelingt uns bisher zum Glück, Jung und Alt gleichermaßen anzusprechen», freute sich Elferratsmitglied Josef Drouven.
Tradition und Moderne
Die Mischung aus Tradition und Modernem zog sich wie ein roter Faden durch die Sitzung. Für die Party im Foyer sorgten die kampferprobten Bands «Jukebox Heroes» und «Wheels». Abgerundet wurde das Party-Angebot durch die Karnevalsdisko und dem «Bakers Dance Floor».
«Der Bäckerball ist keine Sitzung, sondern der närrische Ausnahmezustand», erklärte Monika Strack. Sie muss es wissen, denn sie ist jecke Wiederholungstäterin und besucht seit über 40 Jahren den Bäckerball.
Ihr Mann Helmut und ihr Schwiegervater Peter Strack waren 33 Jahre die Präsidenten des «Karnevalsvereins der Aachener Bäcker». Strack: «Beim Bäckerball schlägt das Herz des Oecher Fastelovvends.»
Gleich zum Auftakt der 58. Auflage malten der Elferrat der Bäcker gemeinsam mit dem Aachener Märchenprinzen Jan I. und dessen Gefolge ein zauberhaftes Bild auf die Bühne des ausverkauften Eurogress.
Nach einem bunten Strauß Stimmungs- und Schunkellieder, den die «Jonge vajjen Beverau» mitgebracht hatten, begeisterte Dirk von Pezold als «Lennet kann» mit «au Oecher Leddcher».
Viel Bewegung brachten die Kölner Ratsbläser auf die Bühne. Das Kölner Musikkorps verzauberte mit viel Witz und Stimmung die bunt kostümierte Narrenschar und spielte zum 40. Bühnenjubiläum der Bläck Fööss ein passendes Medley der größten Erfolge.
Das Publikum zeigte sich in bester Feierlaune und war die meiste Zeit während der Sitzung auf den Beinen. Es wurde geschunkelt, gelacht und getanzt. Eine ganz große Nummer war Mister Tom. Der Entertainer präsentierte genial die Großen der Sangeszunft, wie z. B. Eros Ramazotti, Elvis, Gilbert Becaud und Michael Jackson.
Während der Darbietung der Band «Abba Cover», die sich den Hits der schwedischen Supergruppe Abba verschrieben hat, konnte das Publikum verschnaufen und neue Energien für das große Finale tanken, das durch «Hätzblatt» fulminant eingeläutet wurde und einen würdigen Abschluss mit dem Besuch der Aachener Tollität Dirk IV. fand.
Der genoss sichtlich das Bad in der gut gelaunten Menge und bedankte sich mit den Worten: «Der Bäckerball ist ein Muss für jeden Prinzen und es war mein bester Auftritt am heutigen Abend».
Weitere närrische Höhepunkte in einem abwechslungsreichen Karnevalsprogramm waren: Die Kruuschberger Funken, das Ballett Birgit Müller und Queerbeet. Nach der Sitzung wurde beim Ball noch bis in die frühen Morgenstunden geschwoft.
Mit dem 58. Bäckerball verabschiedet sich die Aachener Veranstalterlegende Hubert Geulen aus der Aachener Karnevalsszene. «Ich habe jetzt über 50 Jahre lang Karnevalsprogramme zusammengestellt, und ich möchte keine einzige Sekunde davon missen», zog Geulen ein mehr als positives Fazit seiner aktiven Zeit im Karneval. Er wird sich künftig auf das Gala-Geschäft und die Arbeit für seinen Freund Udo Jürgens beschränken.
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Bildergalerie: Jecker Ausnahmezustand beim Öcher Bäckerball |
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