Lokales / Aachen

Geldinstitute warnen vor Manipulation am Automaten

Von Robert Esser | 08.02.2010, 17:35

Würselen/Stolberg. Die Bankinstitute der Städteregion sind alarmiert. Erneut haben Kriminelle versucht, an Geldautomaten die Daten von EC-Karten auszulesen. Betroffen war diesmal laut einem Sprecher der Deutschen Bank eine Geschäftsstelle in der Würselener Kaiserstraße.

«Ein Kunde hat den Aufsatz vor dem Schlitz des Kartenlesegeräts am Sonntag entdeckt und direkt die Polizei eingeschaltet», sagte der Sprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Seit wann das Gerät manipuliert war, ist indes unklar.

«Wir wissen auch noch nicht, ob und wie viele Kartendaten ausgespäht wurden. Falls Kunden dadurch Schaden entsteht, werden wir dafür natürlich aufkommen», betonte der Bank-Sprecher.

Derweil laufen die Untersuchungen der Aachener Polizei auf Hochtouren. Eine spezielle Ermittlungsgruppe habe sich des Falls angenommen, sagte Polizeisprecher Paul Kemen. «Vor Jahren hatten wir schon einmal eine ganze Reihe dieser Fälle, dann war es in dieser Hinsicht lange ruhig», sagte Kemen. Man gehe davon aus, dass die Geldinstitute in der Städteregion nach dem nun entdeckten neuen Manipulationsfall sämtliche Geldautomaten auf unzulässige Veränderungen kontrollieren, erklärte der Polizeisprecher.

Die Geldinstitute rieten ihren Kunden am Montag ein weiteres Mal dazu, ausnahmslos das Eintippen der geheimen Pin-Nummer mit einer Hand zu verdecken, auf ungewöhnliche bauliche Veränderungen an Geldautomaten zu achten und die Kontoauszüge hinsichtlich nicht nachvollziehbarer Abbuchungen zu überprüfen.

Allein die Sparkasse Aachen verfügt über 225 Geldausgabe-Automaten in ihrem Geschäftsgebiet. Schon mit dem Bekanntwerden der ersten Manipulationen vor wenigen Jahren hatte die Sparkasse die Einschubvorrichtung für die Geld- und Kreditkarten so verändert, dass die Möglichkeit des Anbringens von Vorsatzgeräten erheblich eingeschränkt wurde. «Zuletzt wurden alle Automaten mit einem Sichtschutz bei der Eingabe der PIN versehen», erklärte Achim Plaum von Sparkasse.

«Außerdem wurde eine große Anzahl der Geräte mit Farb-Patronen ausgestattet, die das Geld im Falle einer Gewalteinwirkung an den Automaten einfärben und unbrauchbar machen.» Aktuell seien keine neuen Fälle bekannt, bei denen versucht worden wäre, Kundendaten an Sparkassen-Automaten auszuspähen, teilte Plaum mit.

Die letzten dieser sogenannten «Skimming»-Fälle registrierte die Polizei im Dezember 2009 in Erkelenz, im Januar 2009 im Kreis Heinsberg und im November 2007 in Stolberg. Mehrfach waren dabei die Konten vom Kunden verschiedener Banken um insgesamt mehrere zehntausend Euro erleichtert worden.



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