Lokales / Aachen

Parkhaus am Luisenhospital: Planer wollen Kritik am Projekt zerstreuen

Von Matthias Hinrichs | 20.07.2009, 17:00

Aachen. Die Politik hat den jüngsten Plänen des Luisenhospitals bereits grünes Licht erteilt - im Zuge der Offenlegung des Projekts zum Bau eines Parkhauses an der Mariabrunnstraße werden nun aber massive Bedenken aus dem Umfeld laut. Jetzt hat sich eine Kritikerin zu Wort gemeldet, die als Expertin und Anwohnerin gleichermaßen Einspruch erhebt.

Insbesondere Sicherheitsaspekte und ökologische Gesichtspunkte seien im Zusammenhang mit den Plänen, auf der derzeitigen Brache unweit der Einmündung Boxgraben Parkraum für 380 Fahrzeuge zu schaffen, nicht hinreichend berücksichtigt, findet Astrid Urgatz, Inhaberin eines Planungsbüros mit Sitz gleich nebenan.

Wichtige Frischluftschneise

Thomas Siebers, Leiter der Bauabteilung im Luisenhospital, unterstreicht dagegen, dass das Viertel sogar erheblich vom Verkehr entlastet werde und für ökologischen Ausgleich hinreichend gesorgt sei: «Unterm Strich», betont er, «überwiegen die Vorteile auch für die Anwohner.»

Damit eine wachsende Gefährdung von Fußgängern verhindert werde, müsse der Bürgersteig auf mindestens zwei Meter Breite ausgebaut werden, fordert Urgatz. Zudem gehe aus den Plänen nicht hervor, in welchem Maße das Parkhaus weitere Blechströme ins ohnehin belastete Viertel ziehe - und damit zunehmenden Lärm und Abgase.

Zugleich werde mit der heutigen Brache eine wichtige Frischluftschneise mit zahlreichen Bäumen und nicht zuletzt Lebensraum für artgeschützte Fledermäuse weitgehend vernichtet.

Die gewünschte Verbreiterung des Gehwegs sei durch die versetzte Bebauuung in der Tat gewährleistet, hält Siebers dem entgegen. Ein städtisches Gutachten habe überdies ergeben, dass das tägliche Blechaufkommen von derzeit durchschnittlich rund 2100 Fahrzeugen auf unter 1000 Pkw reduziert werde. Die Mariabrunnstraße werde künftig nämlich als Einbahnstraße nur vom Boxgraben aus befahrbar sein.

Brücke bremst Suchverkehr

Und: «Die oberen Etagen des Parkhauses werden nur von Besuchern und Mitarbeitern des Luisenhospitals angefahren - und die kommen ausschließlich über die Weberstraße hinein und heraus», argumentiert der Planer. Wie bereits berichtet, sollen Gäste und Belegschaft nämlich über eine neue Brücke, die über die Mariabrunnstraße hinweg führt, zu ihren Stellplätzen gelangen.

Lediglich Anwohner, die einen Parkplatz im Erd- oder Untergeschoss gemietet hätten, könnten über die Mariabrunnstraße ein- und ausfahren. Dafür sorge ein Rolltor, das nur per Chip geöffnet werden könne.

Selbst im Hinblick aufs ohnedies eher spärliche Grün profitiere das Umfeld letztlich. «Nach der Fertigstellung des Projekts gibt es dort mehr entsiegelte Flächen als vorher», betont Siebers. Zum Boxgraben sowie zur benachbarten Kindertagesstätte hin entstünden weitere bepflanzte Areale.

Dies komme im Übrigen auch besagten Fledermäusen eher zu Gute, deren Nistplätze sich wohlgemerkt nicht im Plangebiet befänden. Schließlich könne auch die Befürchtung zunehmender Lärm- und Lichtemissionen weitgehend zerstreut werden. «Spätestens ab 22 Uhr wird das Parkhaus für die Besucher geschlossen», so Siebers.

Im Verwaltungsgebäude Marschiertor liegen die Pläne zum Parkhaus-Neubau noch bis 31. Juli aus (Lagerhausstraße 20, Raum 400). Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags 8 bis 12.30 und 13.30 bis 16 Uhr, mittwochs 8 bis 17 Uhr und freitags 8 bis 13 Uhr. Anregungen und Kritik der Anwohner werden ab Herbst den zuständigen Fachausschüssen des Rates vorgelegt.



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