Lokales / Dren

Den Rechtsextremen demokratische Antworten entgegensetzen

Von Stephan Johnen | 11.07.2010, 16:39

Düren. Der Dank gebührte allen, die sich am Freitagabend in der Christuskirche eingefunden hatten. Der Dank gebührte allen Mitgliedern des Dürener Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt, die die Arbeit im vergangenen Jahr unterstützt hatten.

«Es ist ja nicht mehr so spektakulär wie zu Beginn, Alltag ist eingekehrt», begrüßte Pfarrerin Susanne Rössler die Mitglieder zur jährlichen Versammlung, bei der auch eine neue Sprechergruppe gewählt wurde.

Doch der Rückblick zeigte, dass es viel zu tun gab und gibt - und dass das Bündnis vielerorts unübersehbar Flagge zeigte. Drei Wahlen bestimmten den Terminkalender, das Bündnis organisierte einen vielbeachteten «Lauf gegen Rechts», rief im Herbst zu einer Demo auf ging im März mit Merkener Bürgern gegen ein sogenanntes Schulungszentrum der NPD auf die Straße.

Im Vorfeld der Kommunalwahl beteiligten sich 13 Schulen mit 120 Plakaten an einem Wettbewerb, und die Mitglieder des Bündnisses waren mit vielen Infoständen in der Öffentlichkeit präsent. «Wir sind kein Aktionsbündnis, sondern auf Kontinuität angelegt. Und ich glaube sagen zu dürfen: Unser Bündnis steht», urteilte Sprecherin Susanne Rössler. Mittlerweile gehören dem Dürener Bündnis mehr als 150 Verbände, Vereine und Gruppierungen an. Tendenz steigend.

Es mag ein Stück Alltag in die Arbeit eingekehrt sein, doch auf der Stelle tritt das Bündnis nicht. Rössler: «Jeder von uns kann an seinem Ort aktiv werden, wir brauchen uns aber auch als Netz, wo wir uns gegenseitig unterstützen.» Die weitere Vernetzung in der Region mit Stolberg und Heinsberg liege daher an. Aber nicht nur der Protest und die Aktion sei gefragt. «Wir werden uns auch intensiver mit rechtsextremistischer Ideologie zu befassen haben, wenn wir dem etwas entgegensetzen wollen», betonte Rössler. Das Bündnis wolle sich in die Fragen sozialer Gerechtigkeit einmischen und für die soziale, politische und kulturelle Teilhabe aller einsetzen. Auch müsse mehr Vertrauen bei den Migrantenorganisationen gewonnen werden, müsse sich das Bündnis für verbesserte Möglichkeiten der Einbürgerung und für das kommunale Wahlrecht von Migranten einsetzen. All dies sei Prävention gegen Rechtsextremismus.

Ein wichtiger Aspekt bleibe die Aufklärungsarbeit an Schulen. «Leider ist es nicht einfach, mit der Zielgruppe direkt in Kontakt zu kommen», bilanzierte Monika Ollig für den Arbeitskreis Jugend und Schule. Um Schulen auf Aktionen und Angebote des Bündnisses aufmerksam zu machen und im Gegenzug von unterstützungswerten Vorhaben an Schulen zu erfahren, regt das Bündnis an, feste Ansprechpartner zu benennen. «Häufig erfahren wir von Aktivitäten an Schulen nur durch die Zeitung», bedauerte Monika Ollig.

Für das laufende Jahr plant das Bündnis unter anderem eine Beteiligung an der Kundgebung zum Volkstrauertag und eine Analyse der Kommunalwahl. Helfer können sich unter 02421/971076 melden.



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