Lokales / Eschweiler

Durch Bildung Integrationshilfe leisten

Von Yvonne Michel | 26.02.2009, 16:43

Aachen/Eschweiler. Immer mehr Kinder wachsen in einem Land auf, das nicht ihr Geburtsland ist. Dabei ist gerade die so genannte zweite Generation - die in Deutschland geborenen Kinder und Jugendlichen aus Migrantenfamilien - durch zwei Kulturen geprägt.

Ihnen fällt es oft nicht leicht, sich in Deutschland zu integrieren oder integriert zu werden. Neben den sprachlichen kommen kulturelle Barrieren hinzu, mit denen auch ihre Eltern überfordert sind.

Von Studenten gegründet

Aachener Studenten mit eigenem Migrationshintergrund gründeten daher 1995 den Akademischen Verein zu Euregio, der sich die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen in allen Belangen zum Ziel setzt.

«Die Idee: Eigene Erfahrungen und Hilfsmöglichkeiten zum Leben in Deutschland weitergeben, positive Vorbilder sein und Menschen mit ähnlichen Fragestellungen bei der Integration unterstützen», erklärt Nadine Schlösser, eine von vier Angestellten des Vereins.

Zunächst spezialisierte man sich auf den Bereich Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe. Bis heute hat sich dank der Unterstützung von rund 25 Honorarkräften und weiteren 40 Ehrenamtlichen ein vielfältiges Programm für Kinder, Jugendliche und Eltern aus Stadt und Kreis Aachen entwickelt.

Für die Jüngsten werden nun zusätzlich Freizeitmöglichkeiten, Tagesausflüge und Projekte beispielsweise zu Themen des Umweltschutzes oder der Suchtprävention angeboten.

Ungestört lernen

Erwachsene erhalten Unterstützung bei Ämtergängen, Beratung bei sozialen Problemen und können an Elternseminaren teilnehmen. Auch finden hier Alphabetisierungs- und Integrationskurse statt, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bezahlt werden.

Dabei wird auf die Bedürfnisse der Zielgruppe geachtet. Nadine Schlösser: «Während die Frauen zum Beispiel im Integrationskurs die deutsche Sprache und Kultur studieren, spielen ihre Kinder ein paar Räume weiter unter professioneller Aufsicht. So können die Frauen ungestört lernen und wissen die Kleinen in guten Händen.»

Auch werden die Kurse so praktisch wie möglich gestaltet. Besuche bei Ämtern und Ärzten gehören genauso zum Lehrplan, wie auf der Straße Passanten nach der Uhrzeit oder dem Weg zu fragen. «So lernen die Frauen ihre Angst zu verlieren und üben Deutsch in ganz praktischen und alltäglichen Situationen», erklärt Schlösser.

Dass die Arbeit erfolgsversprechend ist, zeigt das Beispiel der kleinen Beyza. Sie sollte nach der Grund- zur Hauptschule wechseln. Doch mit Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung beim Akademischen Verein konnten ihre Sprachdefizite abgebaut werden.

Zusätzlich begleiteten die Mitarbeiter die Eltern bei Gesprächen mit der Lehrerin und suchten gemeinsam nach Möglichkeiten. Beyza wurde an der Gesamtschule angemeldet, wo sie heute gute Noten schreibt. Damit sind erste wichtige Bahnen für eine positive Zukunft Beyzas gelegt.



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