Lokales / Euregio

Aktionsbündnis: Atommülltransporte können am 1. März 2011 starten

(dpa) | 10.03.2010, 16:25

Jülich/Aachen. Der erste Transport mit gefährlichem Atommüll von Jülich nach Ahaus könnte «theoretisch» am 1. März 2011 starten. Nach Informationen des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen ist geplant, «1,25 Behälter pro Woche» ins Zwischenlager zu bringen.

Das Forschungszentrum Jülich bestätigte am Mittwoch die Existenz eines «theoretischen Zeitplans» für den Fall, dass die notwendigen Genehmigungen erteilt würden. «Sonst ist das Makulatur», sagte Pressesprecherin Anne Rother.
ArtikelDas Aktionsbündnis Münsterland dagegen kritisierte die Planungen «an der Öffentlichkeit vorbei». Das Düsseldorfer Wissenschaftsministerium gab dazu keine Stellungnahme ab.

In einem den Bürgerinitiativen vorliegenden «Optimierten Eckterminplan» des Bundesforschungsministeriums seien einzelne Schritte festgelegt. Demnach solle der Antrag auf Transportgenehmigung für die 152 Castoren am 1. Juni, kurz nach der nordrhein-westfälischen Landtagswahl, gestellt werden. Mit der Genehmigung für den Transport werde am 1. September gerechnet. Die Einlagerungsgenehmigung werde für den 1. Oktober anvisiert.

Das Düsseldorfer Wissenschaftsministerium hatte dem Ahauser Bürgermeister Felix Büter noch im Januar mitgeteilt: «Der vom BMBF (Bundesforschungsministerium) übersandte Terminplan ist nach wie vor gültig.» Unterschrieben hatte Staatssekretär Michael Stückradt.

«Wir sind empört über diese geheimen Hinterzimmerdeals ohne Öffentlichkeitsbeteiligung», sagte der Sprecher der Bürgerinitiative «Kein Atommüll für Ahaus», Felix Ruwe. Bund und Land machten das offizielle Genehmigungsverfahren beim Bundesamt für Strahlenschutz zur Farce. «Es wird nicht im geringsten erwogen, dass die Genehmigung nicht erteilt wird», sagte Matthias Eickhoff von «Sofortiger Atomausstieg».

«Ich gehe davon aus, dass die Form gewahrt wird, aber eigentlich ist alles gelaufen», sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Oliver Krischel der dpa. Er kritisierte das Forschungszentrum. Bei einem Gespräch kürzlich habe die Führungsriege ausdrücklich gesagt, es gebe keinen Zeitplan.

«Ich glaube, es versteht sich von selbst, dass man bei einem so großen Projekt zeitliche Überlegungen anstellt», sagte die Sprecherin des Forschungszentrums, Rother. Auch im Januar hatte das Forschungszentrum die Existenz eines solchen Zeitplans dementiert. Rother sagte dazu nun, es sei nicht sinnvoll, theoretische Planungen zu kommunizieren. Das sei kein Widerspruch zu einer Politik der Transparenz.

Das Forschungszentrum übernimmt die Entsorgung von 300.000 stark strahlenden Brennelementkugeln aus dem stillgelegten Hochtemperaturreaktor der Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH. Die Genehmigung für das Jülicher Zwischenlager läuft zum 30. Juni 2013 aus.



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