Jecke zünden Feuerwerk der Ideen
Geilenkirchen. «Wenn et Trömmelche jeht, dann stond wer all parat», stimmte Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler an, und das gesamte närrische Volk im Haus Basten sang aus vollen Kehlen mit. Die Stadt Geilenkirchen hatte wieder einmal zum Prinzenempfang in die «Gute Stube» gerufen, und alle Tollitäten sowie weitere Vertreter der nunmehr sieben Karnevalsgesellschaften im Stadtgebiet waren der Einladung gefolgt.
Ex-Bürgermeister Borghorst: «Immer gerne Karneval gefeiert»
Geilenkirchen. Andreas Borghorst ist der neue Träger des Nacksenordens und reiht sich in die Riege der «Vollblut-Karnevalisten» der Stadt Geilenkirchen.
Neue Expertin für Wirtschaft im Rathaus
Geilenkirchen. Susanne Köppl sitzt seit dem 1. Februar zwar ein paar Meter weiter in ihrem eigenen Büro, aber dennoch auf «Augenhöhe» mit Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler. Köppl ist neben Stefanie Linkens eine von zwei Wirtschaftsförderinnen, die auf der ersten Etage im Rathaus nur eine Türe vom Bürgermeister entfernt ihren Dienst verrichten.
GKV-Narren knüpfen an Glanzzeiten an
Geilenkirchen. Die 2. Kappensitzung nach der «Wiederbelebung» des Geilenkirchener Karnevalvereins (GKV) kann durchaus als gelungen bezeichnet werden. Der Meinung war jedenfalls die überwiegende Mehrheit der Besucher im Festzelt auf dem Markt.
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert rasch kleinere Klassen
Kreis Heinsberg. «Bereits in diesem Sommer muss die Klassengröße für Grundschulen auf maximal 25 Schüler begrenzt werden. Dafür benötigen wir nur etwa 200 Lehrerstellen», erklärte der stellvertretende GEW-Landesvorsitzender Norbert Müller in Hückelhoven.
«Klarer Durchblick» soll Hilfestellung bieten
Kreis Heinsberg. «Klarer Durchblick» ist ein neues Gesprächsangebot des Kreisgesundheitsamtes Heinsberg für jugendliche Komatrinker und deren Eltern.
Nikolaus Becker: Glühender Patriot oder «dummer Kerl»?
Von Udo Stüßer | 02.10.2009, 17:40
Geilenkirchen. An den Ufern der Wurm dichtete er das Lied vom «freien deutschen Rhein». Wer war dieser Nikolaus Becker? Ein glühender Patriot, der nach Veröffentlichung des Rheinliedes in ganz Deutschland gefeiert wurde?
Nikolaus Becker wurde am 8. Oktober 1809 in Bonn geboren und lebte bis zum Tode seiner Mutter 1835 in Köln, wo er nach Beendigung seines Militärdienstes in den juristischen Vorbereitungsdienst getreten war.
Von Köln zog er nach Geilenkirchen-Hünshoven, da dort seine jüngste Stiefschwester Cäcilie lebte. Hier hoffte er, eine neue Anstellung zu finden und arbeitete schließlich bei seinem Schwager als Friedensgerichtsschreiber.
Dabei blieb ihm noch genügend Zeit, sich der Dichtkunst zu widmen, Ausflüge in die Umgebung, besonders in das landschaftlich reizvolle Geilenkirchener Wurmtal, zu starten und seine Liebe zur Natur zu pflegen. Die Ausflüge inspirierten ihn und wirkten so vorteilhaft auf seinen poetischen Geist, dass der größte Teil seiner Dichtungen in dieser Zeit entstand.
1841 erschienen im DuMont-Schauberg-Verlag in Köln 72 seiner Gedichte, darunter sein berühmtes Lied: Der deutsche Rhein: «Sie sollen ihn nicht haben», das er aufgrund der damaligen politischen Ereignisse im August 1840 niedergeschrieben hatte. Der Verleger Joseph DuMont, ein naher Verwandter von Nikolaus Beckers Mutter, hatte ihn zur Veröffentlichung bewogen. Zum ersten Mal erschien dieses Gedicht am 18. September 1840 in der Nummer 257 der Trierischen Zeitung. Es machte den Hilfsgerichtsschreiber Nikolaus Becker zum Helden des Tages, denn von nun an flog das Gedicht wie ein Lauffeuer durch ganz Deutschland.
Der Grund, warum Nikolaus Becker dieses Gedicht schrieb, war ein damals ausgebrochener «Krieg» zwischen deutschen und französischen Zeitungen um den Rhein. Sowohl Deutsche als auch Franzosen beanspruchten den Fluss für sich. Nikolaus Becker traf genau den Zeitgeist mit seinen Versen, in denen glühender Patriotismus, an Fanatismus grenzend, nicht zu verkennen ist. Sein Rheinlied kann nur aus dieser politisch sehr bewegten Zeit heraus verstanden werden. In ganz Deutschland wurde das Gedicht verbreitet, schließlich sogar vertont und gesungen.
Am erstauntesten über die begeisterte Aufnahme des Liedes war der Dichter selbst, der sich kurze Zeit zuvor wegen seiner trostlosen finanziellen Lage an seinen Neffen Edmund Oppenhoff gewandt hatte, der ihm eine bessere Stelle besorgen sollte. Nun aber, nach der begeisterten Aufnahme des Gedichtes, wurden Nikolaus Becker zahlreiche Ehrungen zuteil. Seinen königlichen Dank für dieses Gedicht ließ ihm König Friedrich Wilhelm IV. aussprechen. Er bot ihm ein Geschenk von 1000 Talern Gold oder eine jährliche Pension von 300 Talern an. Becker entschied sich für das Geschenk von 1000 Talern.
In seiner Eigenschaft als «Pfalzgraf bey Rhein» sandte König Ludwig I. von Bayern dem Dichter einen silbernen, reich vergoldeten Pokal. Dazu schickte er ihm ein königliches Schreiben mit folgendem Wortlaut: «Es sind Worte zu seiner Zeit gesprochen, die in jeder zu wiederholen, die ihr Lied: der teutsche Rhein, enthält, die Anklang finden in allen teutschen Herzen. Sie sind hinlänglich, damit ihres Verfassers Name unsterblich werde. Aus diesem vergoldeten, silbernen von Mir angegeben wordenen Pocale, den Ich Ihnen hiermit schicke, trinken Sie oft, das singend: «Sie sollen ihn nicht haben den freyen teutschen Rhein.» Zur Vorfeier der Huldigung des Königs Friedrich Wilhelm IV. am 13. Oktober 1840 wurde unter anderem Nikolaus Beckers Lied im Kölner Schauspielhaus gesungen. Die Kölnische Zeitung schrieb darüber am 15. Oktober 1840: «Es unterliegt keinem Zweifel, daß dieses Lied unter dem Titel: 'Der deutsche Rhein' bald Nationallied sein wird.»
Psychologische Wirkung
Am 18. August 1893 erwähnte Reichskanzler Otto von Bismarck Nikolaus Beckers «Rheinlied»: «Aber dankbar bin ich der Musik, daß sie mich in meinen politischen Bestrebungen wirkungsvoll unterstützt hat(...).
In diesem Stadium war das Beckersche Rheinlied mächtig und bei der Schnelligkeit, mit der es von der Bevölkerung aufgegriffen wurde, die damals meist noch partikularistisch war, hatte es die Wirkung, als ob wir ein paar Armeecorps mehr am Rhein stehen hätten, als wir hatten.» Diese Worte von Otto von Bismarck zeigen, dass dieses Gedicht von Nikolaus Becker eine starke psychologische Wirkung auf die Kampfkraft der Soldaten hatte. Den «Kampf» um den Rhein sahen sie wirklich als einen Kampf um das Vaterland an.
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