Wird der Rettungsdienst im Kreis Heinsberg kommunalisiert?
Kreis Heinsberg. Die Kreisverwaltung beschäftigt sich derzeit mit der Frage, ob der Rettungsdienst im Kreis Heinsberg erneut ausgeschrieben oder ob er kommunalisiert, sprich mit eigenem Personal realisiert werden soll.
Geilenkirchen. Die sprechende Uhr, der abtastbare Zollstock oder die piepsende Eingießhilfe, all dies und noch viel mehr hilft blinden und stark sehbehinderten Menschen, ihren Alltag selber zu meistern.
Geilenkirchen. «Jeder von uns kann etwas für die Umwelt tun. Betriebe und Privatmenschen. Wir wollen starke mittelständische und kleine Firmen der Region mit dem Kunden vor Ort, der bauen, renovieren oder sich verändern will und dabei zukunftsorientiert denkt, zusammenbringen», sagt Jürgen Benden, Fraktionssprecher der Geilenkirchener Grünen.
Burg Trips als Kulisse für den Parcours
Geilenkirchen. Mit dem zweitägigen, turnusmäßig alle zwei Jahre stattfindenden Reit-, Spring- und Fahrturnier des Reitervereins Geilenkirchen steht am 11. und 12. September eines der großen reitsportlichen Ereignisse in der Region an.
Handwerk und demografischer Wandel
Übach-Palenberg. Die Stadt Übach-Palenberg erarbeitet derzeit ein demografisches Stadtentwicklungsprogramm und bezieht alle wichtigen Gruppierungen in die Bearbeitung des Programms mit ein. So auch das Handwerk, das im Rahmen einer Veranstaltung zu Wort kommen soll.
Gangelt. «Hereinspaziert, hereinspaziert» - das haben die Gäste beim Besuch der großen Zirkusaufführung am Ende der Ferienspiele in Gangelt gehört. «Zirkuswelt» hieß das Motto, unter dem sich in diesem Jahr fast 80 Kinder von fünf bis 13 Jahren eine Woche lang rund um die Gangelter Sporthalle trafen, wo sich 20 Betreuer um ihr Wohl kümmerten.
Nikolaus Becker: Glühender Patriot oder «dummer Kerl»?
Von Udo Stüßer | 02.10.2009, 17:40
Geilenkirchen. An den Ufern der Wurm dichtete er das Lied vom «freien deutschen Rhein». Wer war dieser Nikolaus Becker? Ein glühender Patriot, der nach Veröffentlichung des Rheinliedes in ganz Deutschland gefeiert wurde?
Nikolaus Becker wurde am 8. Oktober 1809 in Bonn geboren und lebte bis zum Tode seiner Mutter 1835 in Köln, wo er nach Beendigung seines Militärdienstes in den juristischen Vorbereitungsdienst getreten war.
Von Köln zog er nach Geilenkirchen-Hünshoven, da dort seine jüngste Stiefschwester Cäcilie lebte. Hier hoffte er, eine neue Anstellung zu finden und arbeitete schließlich bei seinem Schwager als Friedensgerichtsschreiber.
Dabei blieb ihm noch genügend Zeit, sich der Dichtkunst zu widmen, Ausflüge in die Umgebung, besonders in das landschaftlich reizvolle Geilenkirchener Wurmtal, zu starten und seine Liebe zur Natur zu pflegen. Die Ausflüge inspirierten ihn und wirkten so vorteilhaft auf seinen poetischen Geist, dass der größte Teil seiner Dichtungen in dieser Zeit entstand.
1841 erschienen im DuMont-Schauberg-Verlag in Köln 72 seiner Gedichte, darunter sein berühmtes Lied: Der deutsche Rhein: «Sie sollen ihn nicht haben», das er aufgrund der damaligen politischen Ereignisse im August 1840 niedergeschrieben hatte. Der Verleger Joseph DuMont, ein naher Verwandter von Nikolaus Beckers Mutter, hatte ihn zur Veröffentlichung bewogen. Zum ersten Mal erschien dieses Gedicht am 18. September 1840 in der Nummer 257 der Trierischen Zeitung. Es machte den Hilfsgerichtsschreiber Nikolaus Becker zum Helden des Tages, denn von nun an flog das Gedicht wie ein Lauffeuer durch ganz Deutschland.
Der Grund, warum Nikolaus Becker dieses Gedicht schrieb, war ein damals ausgebrochener «Krieg» zwischen deutschen und französischen Zeitungen um den Rhein. Sowohl Deutsche als auch Franzosen beanspruchten den Fluss für sich. Nikolaus Becker traf genau den Zeitgeist mit seinen Versen, in denen glühender Patriotismus, an Fanatismus grenzend, nicht zu verkennen ist. Sein Rheinlied kann nur aus dieser politisch sehr bewegten Zeit heraus verstanden werden. In ganz Deutschland wurde das Gedicht verbreitet, schließlich sogar vertont und gesungen.
Am erstauntesten über die begeisterte Aufnahme des Liedes war der Dichter selbst, der sich kurze Zeit zuvor wegen seiner trostlosen finanziellen Lage an seinen Neffen Edmund Oppenhoff gewandt hatte, der ihm eine bessere Stelle besorgen sollte. Nun aber, nach der begeisterten Aufnahme des Gedichtes, wurden Nikolaus Becker zahlreiche Ehrungen zuteil. Seinen königlichen Dank für dieses Gedicht ließ ihm König Friedrich Wilhelm IV. aussprechen. Er bot ihm ein Geschenk von 1000 Talern Gold oder eine jährliche Pension von 300 Talern an. Becker entschied sich für das Geschenk von 1000 Talern.
In seiner Eigenschaft als «Pfalzgraf bey Rhein» sandte König Ludwig I. von Bayern dem Dichter einen silbernen, reich vergoldeten Pokal. Dazu schickte er ihm ein königliches Schreiben mit folgendem Wortlaut: «Es sind Worte zu seiner Zeit gesprochen, die in jeder zu wiederholen, die ihr Lied: der teutsche Rhein, enthält, die Anklang finden in allen teutschen Herzen. Sie sind hinlänglich, damit ihres Verfassers Name unsterblich werde. Aus diesem vergoldeten, silbernen von Mir angegeben wordenen Pocale, den Ich Ihnen hiermit schicke, trinken Sie oft, das singend: «Sie sollen ihn nicht haben den freyen teutschen Rhein.» Zur Vorfeier der Huldigung des Königs Friedrich Wilhelm IV. am 13. Oktober 1840 wurde unter anderem Nikolaus Beckers Lied im Kölner Schauspielhaus gesungen. Die Kölnische Zeitung schrieb darüber am 15. Oktober 1840: «Es unterliegt keinem Zweifel, daß dieses Lied unter dem Titel: 'Der deutsche Rhein' bald Nationallied sein wird.»
Psychologische Wirkung
Am 18. August 1893 erwähnte Reichskanzler Otto von Bismarck Nikolaus Beckers «Rheinlied»: «Aber dankbar bin ich der Musik, daß sie mich in meinen politischen Bestrebungen wirkungsvoll unterstützt hat(...).
In diesem Stadium war das Beckersche Rheinlied mächtig und bei der Schnelligkeit, mit der es von der Bevölkerung aufgegriffen wurde, die damals meist noch partikularistisch war, hatte es die Wirkung, als ob wir ein paar Armeecorps mehr am Rhein stehen hätten, als wir hatten.» Diese Worte von Otto von Bismarck zeigen, dass dieses Gedicht von Nikolaus Becker eine starke psychologische Wirkung auf die Kampfkraft der Soldaten hatte. Den «Kampf» um den Rhein sahen sie wirklich als einen Kampf um das Vaterland an.
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