Lokales / Heinsberg

Patiententransportzüge rasch in Bereitschaft

(g.s.) | 31.07.2010, 14:26

Kreis Heinsberg. Dem ehrenamtlichen Engagement kommt auch bei Großschadenslagen immer mehr Bedeutung zu. So hat das Land Nordrhein-Westfalen alle Kreise verpflichtet, einen sogenannten Patiententransportzug 10, abgekürzt PTZ, vorzuhalten, der bei Bedarf in Formation eine Einsatzstelle oder einen Bereitschaftsraum anfährt.

Der Kreis Heinsberg verfügt mit dem PTZ Süd (Sammelstelle Feuerschutzzentrum Erkelenz) und dem PTZ Nord (Rettungswache Geilenkirchen) über zwei Patiententransportzüge. Diese setzen sich zusammen aus den drei Hilfsorganisationen Rotes Kreuz, Johanniter und Malteser. «Die Fahrzeuge sind an verschiedenen Örtlichkeiten im Kreis Heinsberg stationiert und werden bei Alarmierung mit ehrenamtlichen und in Freizeit befindlichen hauptamtlichen Kräften an den beiden Sammelstellen in Bereitschaft gesetzt», erklärte der stellvertretende Leiter des Feuerschutzzentrums, Dieter Beckmann, das Prozedere.

Innerhalb einer Woche wurde der PTZ Nord - wie aktuell gemeldet - zuletzt zweimal alarmiert, sprich in Bereitschaft versetzt. Nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg stand der Zug in Leverkusen in Bereitschaft und wegen der Bombenentschärfung in Köln mit 21 Kräften und zehn Fahrzeugen in Erkelenz.

«Wir müssen mit dem PTZ in der Lage sein, zehn Patienten in allen Variationen transportieren zu können», erläuterte der Organisatorische Leiter Rettungsdienst Nord, Matthias Beckers. Vom Gehbehinderten bis zum Schwerverletzten, sitzend und liegend. In Köln hätten fast 6000 Menschen evakuiert werden müssen, inklusive eines Altenheimes. «Da müssen die Leute innerhalb eines Radius von 1000 Metern in Sicherheit gebracht werden», ergänzte Leitstellen-Disponent Helmut van der Beek.

Während der Bereitstellung aufgrund der Entschärfung der 20-Zentner-Bombe im Kölner Stadtteil Riehl sei die Leitstelle des Kreises Heinsberg in Erkelenz um zwei auf fünf Disponenten aufgestockt worden.

In Köln seien sechs Patiententransportzüge und zwei Betreuungseinheiten aus dem Bereich des Regierungspräsidiums im Einsatz gewesen, zwei weitere PTZ, darunter der Kreis Heinsberger, hätten in Bereitschaft gestanden. Nach erfolgreicher Entschärfung konnte die Bereitschaft aufgehoben worden.

In der Zwischenzeit waren die Frauen und Männer am Feuerschutzzentrum Erkelenz auch verpflegt worden. Vor wenigen Wochen habe auch der PTZ Süd in Geilenkirchen wegen einer Bombenentschärfung in Aachen bereitgestanden.



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