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Weniger Verkehrstote in NRW, mehr in Heinsberg
| 08.02.2010, 18:35
Aachen/Heinsberg. Die Zahl der Verkehrstoten hat in Nordrhein-Westfalen erneut ein historisches Tief erreicht. Nach dem Niedrigrekord vom Vorjahr sank die Zahl 2009 noch einmal deutlich um mehr als zehn Prozent auf 621 Todesfälle.
Beim Blick auf die sogenannten Häufigkeitszahlen (Verunglückte pro 100.000 Einwohner) liegt der Kreis Heinsberg mit dem Wert von 475 in etwa auf dem Niveau der beiden Vorjahre (2007: 480; 2008: 472), während die Landeszahlen zurückgingen: von 442 im Jahr 2007 über 417 im Jahr 2008 auf 408 im Jahr 2009. Die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt ist allerdings nahezu unverändert geblieben. Sie stieg in Heinsberg gering (um 0,2 Prozent) an: von 6486 auf 6501.
Beim Vergleich mit den Nachbarbehörden weist der Kreis Düren mit 488 einen schlechteren Wert auf, während Mönchengladbach (470), Aachen (449) und Viersen (424) besser abschneiden.
Im Kreis Düren ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2009 oberflächlich betrachtet um 2,5 Prozent angestiegen. Doch mit nunmehr 6904 Einsätzen liegt sie nach dem Tiefstand im Jahr 2008 (6736) immer noch deutlich unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 7357. Die Zahl der der Verkehrstoten ist von 19 auf zehn gesunken.
Insgesamt sind die Straßen in NRW - gemessen an der Einwohnerzahl und den Verkehrstoten - die sichersten aller deutschen Flächenländer, sagte NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) am Montag bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz in Düsseldorf.
Seit dem Höchststand 1964 mit über 4700 Toten ist die Zahl der Verkehrstoten in NRW um 87 Prozent fast auf ein Zehntel gesunken. Noch stärker ging die Zahl der getöteten Kinder zurück. Noch nie starben so wenig Kinder im NRW-Straßenverkehr wie im vergangenen Jahr: Mit 15 getöteten Kindern liegt der neue Niedrigrekord um 98 Prozent unter dem Höchststand von 1970: Damals kamen 652 Kinder bei Verkehrsunfällen ums Leben.
Auch die Zahl der Verletzten war 2009 gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf knapp 78 400 weiter rückläufig und erreichte ebenfalls einen historischen Tiefstand. Im Vergleich zum Höchststand 1970 mit 145.000 Verletzten konnte die Zahl nahezu halbiert werden. Dennoch krachte es insgesamt häufiger als 2008: Die Gesamtzahl der Unfälle stieg um 0,3 Prozent auf 560 200 leicht an. Bei neun von zehn Unfällen blieb es aber bei Blechschäden.
Während die Zahl der getöteten Auto-Insassen um über 20 Prozent sank, sank die Zahl der tödlich verletzten Motorradfahrer um 12 Prozent auf 90 Tote. Auch die Fahranfänger verunglückten seltener tödlich. Lediglich in der Gruppe der Senioren starben mit 198 Opfern neun Menschen mehr als im Vorjahr.
Neben der verbesserten Sicherheitstechnik hätten auch die Kampagnen der Polizei etwa gegen Gurtmuffel und der Einsatz von «Schockvideos» Wirkung gezeigt. So sei die Gurt-Kampagne mit National-Torwart Manuel Neuer sehr erfolgreich gewesen. Die Zahl der Toten durch Nicht-Anschnallen sei mit 20 Prozent überproportional gesunken.
Für dieses Jahr kündigte Wolf ein verschärftes Vorgehen gegen «Raser» an: Zu schnelles Fahren sei die Hauptursache für tödliche Unfälle. Mehr als jeder dritte Verkehrstote ist Opfer überhöhter Geschwindigkeit. Ein Aufprall bei Tempo 50 auf ein festes Hindernis entspricht einem Sturz aus zehn Metern Höhe auf Beton, sagte Wolf.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnte davor, die Zahl der Polizisten in den kommenden Jahren zu reduzieren. «Wenn niemand mehr da ist, der die Autofahrer kontrollieren kann, wird die Zahl der Verkehrsopfer schnell wieder steigen», mahnte GdP-Landeschef Frank Richter. Außerdem müsse bei Fahrerflucht konsequenter durchgegriffen werden. Bei jedem fünften Unfall sei im vergangenen Jahr Fahrerflucht festgestellt worden.
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