David Garrett: Die zwei Karrieren des Wunderkinds
Aachen/New York. Kaum vorstellbar, dass David Garrett in den ersten 17 Jahren seines Lebens quasi in einer Blase lebte: Die Rhythmen von Pop- und Rockmusik drangen dort nicht an sein Ohr. Stattdessen verbrachte der 1980 in Aachen geborene Sohn einer amerikanischen Primaballerina und eines deutschen Juristen seine Zeit mit den Noten von Bach, Beethoven und Schostakowitsch.
Isabel Allende erhält Chiles Nationalpreis
Santiago de Chile. Die chilenische Erfolgsautorin Isabel Allende («Das Geisterhaus») hat den Nationalpreis für Literatur ihres Landes erhalten. Die Preisvergabe war vor allem bei Intellektuellen umstritten.
Fans bejubeln Supertramps Tourauftakt
Halle/Westfalen. Etwa 4600 Fans der Pop-Rock-Gruppe Supertramp haben am Donnerstagabend das Auftaktkonzert der Europatournee in Halle/Westfalen bejubelt. 40 Jahre nach Erscheinen ihres ersten Albums präsentierten die Briten um den Gründer Rick Davies ihre «Greatest Hits».
Rapper T.I. unter Drogenverdacht festgenommen
Los Angeles. Der amerikanische Rapper T.I. (29) ist fünf Monate nach seiner Haftentlassung erneut festgenommen worden.
Antonia aus Tirol nicht mehr auf Intensivstation
Frankfurt/Main. Nach ihrem schweren Autounfall bei Bad Homburg hat die Schlagersängerin Antonia aus Tirol (30) inzwischen die Intensivstation verlassen. «Ihr Zustand ist stabil», sagte Andreas Weber vom Management der Künstlerin.
Aschersleben erhält grafisches Werk von Neo Rauch
Aschersleben. Der Maler Neo Rauch schenkt sein komplettes grafisches Werk der Stadt Aschersleben. Es handelt sich um 40 Blätter mit einem Gesamtwert von rund 100 000 Euro, wie die Stadt jetzt mitteilte.
Hamlet-Generation läuft in Turnschuhen
Von Armin Kaumanns | 28.09.2009, 15:18
Mönchengladbach. Schön ist es im neuen Mönchengladbacher Theater im Nordpark, kurz TiN: Außen pfui, innen hui. Ein paar Schritte nur vom Parkplatz der Fußball-Bundesliga-Arena, an fiesen Zäunen vorbei, muss man sich schon überwinden, über eine Lkw-Laderampe die hässliche Halle zu betreten.
Regisseur Thorsten Duit ist kaum etwas eingefallen zu dem Shakespeare-Drama. Er gefällt sich vielmehr darin, die Schauspieler weitgehend steif dastehen zu lassen, während sie ihren Text aufsagen. Da hilft es auch nicht, dass statt der ollen Schlegel- die freche Schanelec-Gosch-Übersetzung die Grundlage der Inszenierung ist.
Kaum ein Mitglied des Ensembles erreicht über den Rauschpegel der Entlüftung den hinteren Teil des Saales. Nicht nur Sprechtechnik, auch eine geistige Durchdringung des Textes, geschweige ihre Äußerung in Rhythmus, Melodie wird schmerzlich vermisst. Hier wird demnächst dezente Beschallungstechnik zum Einsatz kommen müssen.
Dabei spielen die Akteure so gut wie immer an der Rampe, denn Bühnenbildner Michael S. Kraus hat das erstaunlich große Bühnenhaus mit Metallkäfigen zugestellt, die vor der Skyline Helsingörs (das sieht verdächtig nach New York oder Frankfurt aus) wie Zuwege im Raubtierkäfig hin- und hergeschoben werden können. Rechts und links dienen zwei Speckstein-Throne Claudius und Gertrud als Aufenthalt, wenn sie nicht gerade hinter Gittern bei Rotlicht aneinander rumfummeln.
Laertes mit Hippie-Mähne
Dass Königsmörder Claudius auch nur andeutungsweise mit seinen Schattenseiten in Beziehung steht, merkt man dem Spiel Christopher Wintgens´ ebenso wenig an wie dem von Ines Krug, die Hamlets Mutter Gertrud mütterlich-matronenhaft anlegt. Floriane Kleinpaß trägt als Ophelia sehr jung und schön hübsches Blümchenkleid und rote Schuhe, das Schlussbild dekoriert sie blutüberströmt im weißen Brautkleid. Als ihr Bruder Laertes nuschelt Adrian Linke mit frankophiler Hippie-Mähne und durch die Szenerie.
Allenfalls der Hamlet von Frederik Leberle ist akzeptabel, selbst wenn er zum berühmten Monolog über Sein oder Nichtsein sich eine Pistole an die Schläfe halten muss. Die einzige von Shakespeares Zauber inspirierte Figur dieser Inszenierung scheint der Geist des toten Königs zu sein, dem Ralf Beckord Präsenz verleiht.
Bis dann am Ende so ziemlich alle tot sind, hat Joachim Hensch-ke in der Rolle des Schauspielers einen imposanten Auftritt, Sven Seeburg als Polonius stirbt mit großem Knall aber so wie sein Spiel: im Hintergrund. Wenn Duits Arbeit überhaupt etwas will, dann am ehesten noch sich beim jungen Publikum einschmeicheln: Die Hamlet-Generation läuft lässig-modisch in Turnschuhen herum, im Gegensatz zu den Anzugträgern; Popmusik sorgt gern und immer mal wieder für Stimmung, und die Strichfassung bringt es auf angenehm kurze zweieinhalb Stunden.
Nächste Aufführungen: am 9., 10., 13. und 18. Oktober. Infos unter 02166/6151100.
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