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Bester Hirschrufer kommt aus Roetgen

(ddp-nrw) | 05.02.2010, 17:40

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Die Hirschrufer setzen dabei allerdings weniger auf ihre eigene Stimme als vielmehr auf Instrumente wie ein Ochsenhorn, eine Südseemuschel oder einen sogenannten Eifel-Hirschruf. Mit diesem von einem Oberförster entwickelten Instrument war auch Sander erfolgreich. «Eigentlich hatte ich kein gutes Gefühl», verrät er. Schließlich hatte der 63-Jährige bei dem letzten Wettbewerb noch den letzten Platz belegt. Doch diesmal kommt ihm seine leicht angeschlagene Stimme offenbar gerade recht. So findet er den richtigen Ton und kann sich auch in einem Stechen gegen den späteren Zweitplatzierten Immo Ortlepp aus Wedemark durchsetzen. In dem Stechen muss ein alter Hirsch gegen Ende der Brunft imitiert werden.

Nicht allzu kraftvoll darf der Ruf des Rotwildes da klingen, schließlich hat ein Tier zu einem solchen Zeitpunkt schon etwa 20 Prozent seines ursprünglichen Körpergewichtes abgebaut. Während andere Teilnehmer mehrere Instrumente nutzen, vertraut Sander ganz allein seinem Eifel-Hirschruf. Dabei kann er die Töne modulieren, indem er den Korpus des Instruments verschiebt. Die Zuschauer horchen gespannt, für ungeübte Ohren ist es allerdings schwierig, die Unterschiede zu hören. Am deutlichsten wird die Differenz bei der Imitation eines Junghirschen, dessen Ruf doch nicht ganz so tief röhrt. Auf die Instrumente müssen die Teilnehmer zurückgreifen, weil sie sonst den Ruf des Rotwildes nicht imitieren könnten.

«Die Instrumente dienen quasi als verlängerte Luftröhre», sagt Vizemeister Ortlepp. Schließlich habe ein Hirsch eine Luftröhre mit einer Länge von rund 40 Zentimetern, während die des Menschen nur etwa acht Zentimeter lang ist. Für die Jäger ist der Hirschruf ein wichtiges Hilfsmittel, um das Rotwild hervorzulocken. «In der Praxis weiß man aber nie, ob der Hirsch auf den Ruf reagiert», erklärt Sander. Um so mehr freut sich der 63-Jährige über seinen Sieg auf der Dortmunder Messe. «Ich fühle mich bombig», erklärt er. Die Brunftrufe haben ihn offenbar beflügelt.
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