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Stolberg: Zwei Frauen nach Konzert geschlagen

| 01.09.2007, 13:17

Stolberg. Zwei junge Frauen sind in der Nacht zum Samstag nach einem antifaschistischen Rockkonzert in Stolberg-Münsterbusch von Angreifern in dunklen Kapuzenjacken mit Knüppeln brutal geschlagen und verletzt worden. Das Konzert mit dem Namen «Fight Faschism» hatte in einem Jugendheim in der Prämienstraße stattgefunden und war - ohne besondere Vorkommnisse - gegen 23 Uhr zu Ende gegangen. Nach Angaben der Polizei entfernten sich die rund 400 Besucher des Konzertes nach und nach vom Veranstaltungsort. Ab 00.15 Uhr wartete nur noch eine Gruppe von zirka 15 jungen Leuten auf dem Bürgersteig darauf, abgeholt zu werden. In dieser Gruppe befanden sich auch eine 15-jährige Aachenerin und eine 18-jährige Stolbergerin. Unvermittelt und ohne offensichtlichen Grund wurden die Konzerbesucher gegen 00.35 Uhr von einer 15-köpfigen Gruppe angegriffen.

Ein Angreifer schlug dabei mit einem Stock zu und verletzte die beiden Frauen im Gesicht. Nach dem Überfall flohen die Täter in Richtung Mauerstraße bzw. Konrad-Adenauer-Straße, weitere Personen wurden nach jetzigem Erkenntnisstand der Polizei nicht verletzt.

Der Schläger wird als zirka 20 bis 25 Jahre alt beschrieben. Er hatte eine muskulöse Statur und war zirka 1,80 Meter groß. Bekleidet war er mit einer dunklen Jacke, deren Kapuze er über seinen Kopf gezogen hatte.

Die anderen Personen aus der Tätergruppe waren ebenfalls mit dunklen Kapuzenjacken bekleidet, hier liegen zur Zeit noch keine weiteren Angaben vor. Die Fahndung verlief zunächst ohne Ergebnis, die beiden verletzten jungen Frauen wurden nach ambulanter Behandlung entlassen.

Im Gepräch mit unserer Zeitung äußerten sie wegen des Outfits den Verdacht, dass die Angreifer Rechtsextremisten gewesen seien. Dies wollte die Polizei gegenüber unserer Online-Redaktion nach derzeitigem Kenntnisstand weder dementieren noch bestätigen. Man ermittle in alle Richtungen.

Polizeisprecher Karl Völker bestätigte, dass zum Zeitpunkt des Angriffs zwar noch Beamte vor Ort waren, diese hätten den Zwischenfall jedoch nicht beobachtet.

Wie schon in den letzten Jahren hatte der unweit des Veranstaltungsortes lebende Ratsherr und Aachener Kreisvorsitzende der NPD, Willibert Kunkel, nach Informationen unserer Zeitung eine Gegenveranstaltung zu dem Antifakonzert abgehalten.

Diese dürften rund 50 Neonazis besucht haben, ein größeres Polizeiaufgebot war im Einsatz, um Ausschreitungen zu verhindern. Unter anderem soll auf Kunkels Feier ein rechtsextremer Liedermacher aufgetreten sein. Die Stimmung unter den Neonazis wird beschrieben als teils aggressiv, was sich mit wachsendem Alkoholkonsum geteigert habe. Zwar sollte die Feier am späten Abend zu Ende sein, jedoch hatten sich vor Kunkels Haus weiter Neonazis versammelt.

Ungeklärt ist, ob der Angriff von den Besuchern der Kunkel-Feier ausging. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei ihre Einsatzhundertschaft bereits abgezogen.



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