Osnabrück. Halbzeit in Osnabrück, und Thorsten Stuckmann brauchte Zeit für sich. Große Lust, in die Kabine zu gehen hatte er nicht, ein Vulkan stand vor dem Ausbruch. Aus der Torwartposition war das Aachener Spiel vermutlich nicht wesentlich besser als aus anderen Blickwinkeln.
Aachen lag durch ein paar günstige Fügungen nur 1:0 zurück, aber in Stuckmann brodelte es gewaltig nach dem blutleeren Auftritt. Aachen trat nicht wie eine Mannschaft auf, die noch große Ziele besitzt, eher wie eine Gruppe, die die Saison auströdeln lässt. «Einige haben gedacht, es geht hier mit einem Fuß», war Cristian Fiel nach Spielende angefressen. «Wir hätten noch eine Chance gehabt, wenn wir gewonnen hätten. Aber heute war nicht der Wille zu erkennen, das Spiel zu gewinnen.» Die Analyse traf den Kern. Sie wollten auf zwei Fingern pfeifen und dann kam nur Spucke heraus.
2:1 ging die Partie verloren, aber vielmehr als die Niederlage schmerzte die Teilnahmslosigkeit, mit der die Aachener das Ende ihrer Serie hinnahmen. «Wir hatten heute hier leider nichts dagegenzuhalten», merkte Aachens Trainer Jürgen Seeberger später treffend an. «Kaum einer erreichte Normalform.» Seine Mannschaft ging die Sache entspannt wie ein Freundschaftsspiel an, keine große Sache. Zu keinem Zeitpunkt vermittelte sie, dass sie die Gunst der Stunde erkannt hatte.
Nach 90 Sekunden bereits waren die ersten Trends dieses Spiels erkennbar. Der Osnabrücker Burgschauspieler Thomas Reichenberger holte viele Freistöße heraus, und bei Aachen stimmten die Zuordnung und Konzentration nicht. In der ersten Szene fischte sich Stuckmann noch den Ball, den Pierre de Wit vors Tor gezogen hatte. Einsicht stellte sich nicht ein, die Gäste verursachten ungewöhnlich viele Freistöße - und Ecken. Nach 12 Minuten kratzte Holtby einen Kopfball von Dominic Peitz von der Linie. Aachens Kleinster als großer Kopfballspieler.